Elf Tage ist es nun her, dass mein wundervolles Leben zerstört wurde.
Ich schlafe schlecht, esse nur sehr wenig, kann mich auf der Arbeit kaum konzentrieren und melde mich nicht bei meinen Freunden.
Liebeskummer sollte verboten werden!
Ich versuche mich langsam mit dem Gedanken anzufreunden, dass so ein Leben, wie ich es im letzten Jahr mit Max führte, auf Dauer wohl nur eine trügerische Illusion sein kann. Es gibt bestimmt viele Beziehungen, die schon viele Jahre funktionieren. Aber ich bin sicher, dass es dabei immer einen Haken gibt.
Einer von beiden wird wahrscheinlich immer Kompromisse eingehen oder sich einschränken müssen.
Meine Eltern sind das beste Beispiel: noch während des Studium heirateten die beiden und mein großer Bruder kam zur Welt. Mein Vater studierte weiter und wurde ein recht erfolgreicher Kaufmann. Meine Mutter dagegen, die von einer Karriere als Tänzerin träumte, wurde hauptberuflich Hausfrau und Mutter.
Sie steckte immer zurück, um meinem Vater und uns in Allem zu unterstützen. Sicher, sie liebt uns und allen geht es recht gut. Aber der Preis dafür war der Lebenstraum meiner Mutter.
Es kann doch nicht richtig sein, eine Liebe um jeden Preis aufrecht zu erhalten. Und ist es dann überhaupt noch Liebe?
Zu wissen, bei Max nur die zweite Wahl zu sein, war für mich ein zu großer Preis für meine Liebe…

Eure nachdenkliche Mary