26 Feb
Ich musste es einfach seiner Frau sagen! Bluffs sind eben nicht mein Ding, deshalb hatte ich heute morgen den besten Tag seit zwei Wochen.
Aber von vorne:
Mit einem Anruf in seiner Firma habe ich ganz schnell seine Adresse herausbekommen und bin am frühen Nachmittag direkt dorthin gefahren.
Die Gegend in der Max mit seiner Familie lebt, ist schon ziemlich nobel. Überall ein großer Vorgarten mit perfekt gepflegtem Rasen und großen Zäunen um die Häuser.
Max’ Haus zu finden war nicht schwer. Aber als ich vor der Tür stand, überkamen mich doch Zweifel.
Eigentlich wollte ich ja nur Max eins auswischen. Aber was ich damit seiner Frau antun würde, kam mir erst jetzt in den Sinn. Andererseits hatte auch sie ein Recht, die Wahrheit zu erfahren.
Gesagt getan.
Es dauerte ein Weile, bis jemand die Tür öffnete. Dann stand ich vor ihr. Sie war bestimmt zehn Jahre älter als ich, aber wirklich hübsch. Den Blumenstrauß hatte ich übrigens doch lieber im Auto gelassen. Ich sagte ihr, dass ich wegen Max mit ihr reden möchte und sie bat mich herein. Dabei veränderte sich allerdings ihr kühler Gesichtsausdruck kaum.
Während ich ihr die ganze Geschichte erzählte, unterbrach sie mich nicht. Am Ende sagte sie nur, sie habe sich gewundert, warum ich erst jetzt zu ihr komme.
Ich wusste nicht was ich sagen sollte und ging.
Sie wusste also, dass Max sie betrügt! Warum in aller Welt unternimmt sie denn nichts!?! Wahrscheinlich lässt man sich in deren Welt nicht scheiden. Was würden denn die Leute sagen.
Arme Birgit, armer Max!
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